Doppelpass mir Rene Hermes
In der aktuellen Woche stellt sich Rene Hermes den Fragen des KEI. Der 19jährige ist seit Saisonbeginn für den TuS Lingen aktiv.
„KEI“: Rene, die Winterpause verlief beim TuS Lingen sehr turbulent. Fast täglich änderte sich eure Kaderzusammenstellung. Sechs Spieler gingen (Richter, Bullermann, Krause-Heiber, Sausmikat, Krüssel, Völker), vier Spieler kamen (Manemann, Brode, Höting, Rattelsdorfer). Inwiefern muss man damit rechnen, dass die Mannschaft Zeit braucht, sich einzuspielen, da das Gesicht der Mannschaft doch ziemlich verändert wurde?
R.H.: Ja das stimmt, uns haben viele Spieler verlassen und wir haben uns gut verstärkt. Ich denke, dass wir nicht lange brauchen werden um uns einzuspielen. Wie man in den Vorbereitungsspielen sehen konnte, funktioniert noch nicht alles, aber es passt schon vieles. Wir wollen von Anfang an alle Spiele gewinnen und sind top vorbereitet.
„KEI“: Gleich drei Neuzugänge kommen vom Stadtrivalen und Oberligisten SV Holthausen/Biene. Der TuS Lingen konnte sich so im direkten Umfeld „bedienen“ und die Verluste mehrere Spieler kompensieren. Inwiefern kann man dem „Nachbarn“ also dankbar sein, dass man aus finanziellen Gründen mehrere Spieler abgeben musste?
R.H.: Einerseits finde ich es sehr schade, dass Holthausen/Biene solche Probleme bekommen hat und deshalb die Spieler abgeben musste. Anderseits sind wir froh, dass wir drei neue Spieler mit starker Qualität verpflichten konnten. Sie werden uns auf jeden Fall weiterhelfen, was sich in der Saison noch bestätigen wird. Da bin ich mir sicher.
„KEI“: Du hast in der Hinrunde lediglich sechsmal in der Startelf gestanden, überwiegend im Endspurt der Hinrunde. Wie sieht dein persönliches Fazit der Hinserie aus, auch angesichts der Tatsache, dass du als Offensivspieler bisher ohne Torerfolg bist? Wie schwer wird es auch, den Platz in der Startelf zu halten, da mit Manemann und Brode zwei Offensivspieler zum Kader gestoßen sind?
R.H.: Die Hinserie verlief für mich persönlich vielleicht nicht unbedingt perfekt. Ich war ca. fünf Wochen verletzt und habe mich dann wieder rangekämpft. Ich habe immer meine Einsatzzeiten bekommen und habe am Ende sogar von Anfang an gespielt. Dass ich noch ohne Torerfolg bin, gefällt mir selber nicht, aber ich denke ich bin noch jung und am Anfang meiner Karriere und irgendwann wird es auch bei mir klappen. Wir haben in der Offensive zwei gute neue Verpflichtungen gemacht und es wird sicherlich nicht einfacher. Aber von Manemann und Brode kann ich als junger Spieler noch viel lernen und wie heißt es so schön: „ Man wächst mit seinen Aufgaben.“
„KEI“: Im Spitzenspiel beim FC Schüttorf hattest du eine sogenannte 100%ige zum 1:0. Aus kürzester Distanz gelang es dir jedoch nicht, den Ball im Kasten des FC 09 unterzubringen. Wenn man als Offensivkraft noch torlos ist, kann solch eine vergebene Chance auch an die Nerven gehen. Auch die Trefferquote der gesamten Mannschaft ist sehr schwach (nur die Teams auf den Abstiegsrängen haben seltener getroffen). Wie sehr beschäftigt dich deine bisherige Torflaute?
R.H.: Dass ich allgemein noch kein Tor geschossen habe, beschäftigt mich relativ wenig. Irgendwann wird es klappen und solange die anderen dann die Tore machen und wir gewinnen reicht es. Über die Chance in Schüttorf denk ich öfter nach und ärgere mich, dass ich dort nicht getroffen habe, da es uns wieder ein Stück näher an die Spitze heran gebracht hätte.
„KEI“: Was rechnest du dir für den Rest der Saison aus? Gilt nach dem desolaten Saisonauftakt jetzt doch wieder die Meisterschaft als Saisonziel? Voraussetzung dafür dürfte eine ähnliche starke Defensivarbeit sein wie in der Hinserie.
R.H.: Wir gucken zunächst auf uns selber und wollen alle Spiele gewinnen. Was dann am Ende noch heraus kommt, werden wir sehen. Aber am Ende doch noch die Meisterschaft zu holen, wäre schon nicht schlecht, aber bis dahin haben wir noch einen weiten Weg vor uns.
„KEI“: Für den größten Paukenschlag sorgte der TuS Lingen jedoch bereits nach dem ersten Spieltag mit der Entlassung von Trainer Christian Bruns. In den Medien wurde spekuliert, dass insbesondere die jüngeren Spieler Differenzen mit dem Trainer hatten. Wie hast du diese Situation erlebt und inwieweit hat dich die Entscheidung auch überrascht? Schließlich warst du erst einige Wochen im Verein.
R.H.: Ich persönlich hatte keine Differenzen mit unserem alten Trainer, wir haben uns sogar sehr gut verstanden. Auch im weiteren Umfeld der Mannschaft ist mir nicht aufgefallen, dass es Differenzen zwischen den jungen Spielern und den Trainer gab. Für mich kam die Entscheidung ebenfalls sehr überraschend, da es sehr unüblich ist, gerade nach der Vorbereitung, einen Trainer rauszuschmeißen.
„KEI“: Rene, das war es auch schon. Vielen Dank! Dir und deiner Mannschaft viel Erfolg im Kampf um die Meisterschaft.













