Doppelpass mit Eike Schrader

- Foto: Eike Schrader, Borussia Neuenhaus
Am heutigen Tag begrüßt das KEI mit Eike Schrader einen Spieler aus der Grafschaft. Der Offensivspieler ist in Diensten des Tabellenzwölften Borussia Neuenhaus.
„KEI“: Anders als im Emsland genießt der Hallenfußball in der Grafschaft einen hohen Stellenwert. So gibt es zahlreiche Hallenturnier, ehe am Ende der Hallensaison das mehrtägige Masters ansteht. Neben einer hohen Anzahl an Zuschauern locken auch finanzielle „Trophäen“. Für euch reichte es in diesem Jahr zum dritten Platz beim Masters in Emlichheim. Inwiefern kann euch die erfolgreiche Hallenrunde auch Rückenwind für die kommende Rückrunde geben? Oder ist die „Hallensaison“ leidglich eine spaßige Abwechslung zur Punktspielsaison?
E.S.: Vorerst möchte ich allen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Jahr wünschen.
Die Hallensaison dient meiner Meinung nach eher als Abwechslung zur üblichen Punktspielsaison. Es muss jedoch festgehalten werden, dass die Preisgelder, die Stimmung in der Halle mit mehreren hundert Zuschauern und der sportliche Ehrgeiz dazu führen, dass die Turniere schon sehr ernst genommen werden. Die ein oder andere gute Vorstellung ist sicher nicht schlecht für das Selbstvertrauen und die Stimmung im Team. Ob dies letztendlich Rückenwind geben kann, wird sich zum Rückrundenstart zeigen.
„KEI“: Eike, eure Mannschaft befindet sich aktuell in der Vorbereitung auf die Rückserie. Am Samstag steht ein Testspiel gegen Eintracht Nordhorn an. Wie groß ist dein Respekt vor dem Rückrundenauftakt, schließlich müsst ihr in den ersten drei Spielen gegen den Tabellendritten, -vierten und -fünften (TuS Lingen, Vorwärts Nordhorn und SV Bad Bentheim) antreten?
E.S.: Der Respekt vor diesen Top-Teams ist auf jeden Fall groß. Wir werden in allen drei Spielen der Außenseiter sein und versuchen ein paar Punkte mitzunehmen. Wenn man einen Blick zurück auf die Hinrunde wirft, sieht man, was möglich ist. Da haben wir ein 3 zu 0 gegen Bentheim zu Hause noch aus der Hand gegeben, gegen den TUS gewonnen und gegen Vorwärts 2 zu 3 verloren. Mal sehen, was nun zum Rückrundenstart möglich ist.
„KEI“: Du warst in der vergangenen Saison noch für die A-Jugend spielberechtigt, hast allerdings gleichzeitig schon eine wichtige Rolle in der Herrenmannschaft eingenommen. Fünf Treffer (darunter ein Dreierpack gegen den SV Dalum) zeigen, dass du bereits in der Rückrunde der letzten Saison eine Stütze im Team der Borussen warst. Mit welchen Gefühlen hast du als A-Jugendlicher deine Rolle im Team der Herrenmannschaft ausgefüllt? Wie wurdest du auch vom Team aufgenommen?
E.S.: Nachdem ich letzte Saison am Ende der Hinrunde spielberechtigt war, war es erst einmal schön zu merken, dass der Sprung in den Seniorenbereich machbar ist. Im Laufe der Zeit konnte ich mir dann meinen Platz unter den ersten Elf erarbeiten. Dass es dann noch so rund lief, für mich persönlich und für die Mannschaft, damit konnte glaube ich niemand rechnen.
Die Aufnahme in die Herrenmannschaft lief absolut reibungslos. In dem kleinen Verein kennt man sich und durch meinen Freundeskreis hatte ich schon zuvor einen guten Draht zu den Jungs aus dem Team.
„KEI“: Du bist mit sieben Toren der erfolgreichste Torschütze in euren Reihen. Mit Tobias Engels hat euer erfolgreichster Stürmer lediglich fünf Treffer erzielt. Wie wollt ihr das Fehlen eines klassischen Knipers im Abstiegskampf kompensieren?
E.S.: Dass bei uns in der Hinrunde der Knipser fehlte, ist absolut richtig. Dadurch ergibt sich natürlich ein sehr breites Feld an Torschützen, was auch nicht immer schlecht ist.
Zu Tobias muss man sagen, dass er über ein halbes Jahr verletzt war. Da kommt man nicht immer so zurück, wie es sich alle wünschen. Hinzu kam ein System, was ihm nicht unbedingt lag. Wer „Tobi“ kennt weiß, dass er immer noch ein absoluter Knipser ist. Ich hoffe es kommt in der Rückserie wieder zum Vorschein.
„KEI“: Im Dezember gab der Verein bekannt, dass man sich in gegenseitigem Einvernehmen von Bernhold Nünning getrennt habe. Nünning führte an, dass er ihm der Rückhalt innerhalb der Mannschaft fehlte. Welchen Anteil hat demnach die Mannschaft an der Trennung von Nünning? Wie ist es für Außenstehende zu verstehen, dass die Mannschaft dem Trainer nicht den nötigen Rückhalt gegeben hat?
E.S.: Es gab einen Teil im Team, der aufgrund bestimmter Differenzen nicht mehr mit Bernhold Nünning zusammenarbeiten wollte. Die Mannschaft war also ausschlaggebend für die Trennung. Ich persönlich kann für mich sagen, dass ich gut mit Bernhold klargekommen bin.
„KEI“: In den letzten zwölf Monaten hast du jetzt bereits vier verschiedene Trainer erlebt. Neben deinem A-Jugend-Trainer zunächst Wolfgang Schmidt als Trainer der 1.Herren, ehe Bernhold Nünning ihn ablöste. Nun ist Dirk Scheffczyk für euch verantwortlich. Welche Schwierigkeit stellt sich, wenn man sich relativ oft auf einen neuen Trainer einstellen muss?
E.S.: Sicherlich ist es nicht sehr angenehm, alle paar Monate unter einem neuen Trainer zu arbeiten. Wobei ich dazu sagen muss, dass meine Übungsleiter aus der letzten Saison (Rüdiger Czauderna und Wolfgang Schmidt) für mich keine unbekannten Personen waren. Daher gab es hier keinerlei Schwierigkeiten. Diese Saison ist das schon ein wenig anders. Bernhold Nünning und Dirk Scheffczyk waren neue Leute für die Mannschaft, aber auch für den Verein. Da muss man sich erst einmal gegenseitig kennenlernen und die ersten Trainingseinheiten mit neuen, unbekannten Übungen sind auch nicht immer einfach. Letztendlich kommen noch Personal- und Systemänderungen dazu, die auch eine gewisse Eingewöhnungszeit in Anspruch nehmen. Wir hoffen, nun ein wenig Kontinuität mit Dirk Scheffczyk zu erhalten.
„KEI“: In letzter Zeit gab es vereinzelt Gerüchte, du könntest den SV Borussia verlassen und dich einem anderen (möglicherweise höherklassigem) Verein anschließen. Welche persönlichen Ziele verfolgst du? Ist es für dich vorstellbar, auch für andere Vereine aktiv zu werden?
E.S.: Hier und da gibt es mal eine Anfrage oder auch ein Angebot. Auch wenn ich mich bei Borussia Neuenhaus und in der Mannschaft sehr, sehr wohl fühle, so kann ich mir doch vorstellen, den Verein zu wechseln. Ich denke jeder Sportler möchte das Maximale erreichen und wenn ein Vereinswechsel dabei hilft, so sollte man dies in Betracht ziehen. Allerdings muss bei solch einer Angelegenheit die Perspektive stimmen.
„KEI“: Das war´s auch schon. Vielen Dank für deine Antworten und viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.












